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Geflügelpest

Aktuelle Lage zur Geflügelpest in Deutschland und Europa

Huhn der Arche-Region. Foto: LKLG

Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen

Stand: 23.11.2020

 

Aktuell häufen sich die Nachweise hochpathogener aviärer Influenza H5-Viren (HPAI H5N8 und H5N5) - auch als Geflügelpest bezeichnet - bei Wildvögeln in Norddeutschland (319 Fälle); zudem kam es in den Niederlanden, Vereinigte Königreich, Frankreich und Dänemark zu Ausbrüchen der HPAI H5 in großen Hausgeflügelhaltungen sowie auch in Deutschland (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen) zu einem HPAI-Ausbrüchen in 10 Geflügelhaltungen. Vor diesem Hintergrund ist das Risiko des weiteren Eintrags des HPAI-Virus H5 nach Europa und nach Deutschland sowie in Hausgeflügelbestände vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) am 18.11.2020 neu bewertet worden. Auch im näheren Umfeld des Landkreises Lüneburg ist bei Wildvögeln das hochpathogene aviäre Influenzavirus nachgewiesen worden. Die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen (s.u.) ist daher von großer Bedeutung. Alle Geflügelhalter sollten vorbeugend ihr Tiere im Stall lassen oder unter einer am Stall angegliederten Schutzvorrichtung (eine Vorrichtung, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten dichten Abdeckung und mit einer gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Seitenbegrenzung besteht) halten.

Demnach stehen die aktuellen Funde von HPAI H5-Viren bei Wasser- und Greifvögeln in Küstenregionen der Nord- und Ostsee zeitlich und räumlich im Zusammenhang mit dem bereits begonnenen Herbstzug von Wasservögeln aus den Regionen, in denen HPAIV H5N8 nachgewiesen wurde und wo es vermutlich in unbekanntem Umfang unentdeckt in Wasservogelpopulationen zirkuliert. Der Vogelzug (auch Wasservögel) ist derzeit in vollem Gange, und die Dichte der Vogelpopulationen in Rastgebieten wird in den kommenden Wochen weiter zunehmen bzw. durch Kälteeinbrüche beschleunigt. Diese Bedingungen begünstigen die Virusübertragung und Ausbreitung.

Das FLI schätzt daher das Risiko weiterer Einträge von HPAI H5-Viren nach Deutschland weiterhin als hoch ein. Die Ausbreitung von HPAI H5-Viren in Wasservogelpopulationen in Deutschland und ein Eintrag in deutsche Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird ebenfalls als hoch eingeschätzt.

In Anbetracht dieser Entwicklungen hat der Schutz der Hausgeflügelbestände vor einem Eintrag der Geflügelpest höchste Priorität. Hierfür ist die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen von größter Bedeutung. Die Geflügelhalter sind daher aufgerufen, die angewendeten Biosicherheits-maßnahmen zu prüfen, gegebenenfalls zu verbessern und konsequent durchzuführen. Entsprechende Hinweise und Links zu Dokumenten finden sich in der Risikoeinschätzung des FLI.

Ein Merkblatt mit Verhaltensregeln für kleine Geflügelhaltungen und ein Merkblatt mit Informationen für Jäger finden Sie im Anhang. Beide Merkblätter sowie weitere hilfreiche Dokumente sind  im Internet auf der Seite www.tierseucheninfo.niedersachsen.de (https://tierseucheninfo.niedersachsen.de/startseite/anzeigepflichtige_tierseuchen/geflugel/geflugelpest/geflugelpest/informations-merkblatter-und-downloads-190699.html) verfügbar.

Bei Auffälligkeiten im Geflügelbestand, beispielsweise eine erhöhte Sterblichkeit, Rückgang der Gewichtszunahmen oder ein Rückgang der Legeleistung ist unverzüglich ein Tierarzt zu rufen. In diesen Fällen sind veterinärmedizinische Untersuchungen, u.a. Probenentnahmen für Laboruntersuchungen, zum Ausschluss der Geflügelpest vorzunehmen.

Für alle Geflügelhalter im Land gilt, die allgemeinen Schutzmaßregeln, die in der Geflügelpest-Verordnung vorgeschrieben sind, konsequent umzusetzen. Hierzu zählt unter anderem,

  1. Geflügel nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen zu füttern und zu tränken,
  2. es darf kein Oberflächenwasser für das Tränken genutzt werden, wenn Wildvögel dazu Zugang haben.
  3. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, sollen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.

Darüber hinaus sind alle bislang noch nicht gemeldeten Geflügelhaltungen beim Kreisveterinäramt und bei der Tierseuchenkasse zu melden. Dabei ist anzugeben, ob das Geflügel nur im Stall oder auch im Freiland gehalten wird.

Aktuelle Lage Geflügelpest

Merkblatt Informationen Jäger

Verhaltensregeln Kleinbetriebe Geflügelhaltung

Aktuelle Risikoeinschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/

Influenza-Virus H5N8

Die Geflügelpest (Aviäre Influenza) ist eine akute, hochansteckende, fieberhaft verlaufende Viruserkrankung der Vögel.

Rechtlich vorgeschriebene Schutzmaßnahmen für alle Geflügelhalter gelten

Liste der Schutzmaßnahmen

Vorgaben für Geflügelhalter von Klein- und Hobbybeständen

Liste der zusätzlichen Schutzmaßnahmen für Bestände von unter 1.000 Tieren

Maßnahmen zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr

Liste mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen zur Minimierung der Ansteckungsgefahr.

Früherkennung (rechtlich verpflichtend)

Differentialdiagnostische Abklärung durch Probenentnahme. Hotline. Leitfaden für Verhaltensregeln.

Verbreitung, Symptome und Bekämpfung

Bei Verdacht auf Geflügelpest muss sofort der zuständige Amtstierarzt informiert werden.