Ansprechpartner & mehr

Wegweiser für Flüchtlinge-Deutsch

Beschäftigung und Arbeit

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, ein Praktikum zur Berufsorientierung zu machen, eine Ausbildung zu beginnen, eine Arbeit aufzunehmen oder einer gemeinnützigen Beschäftigung nachzugehen. Bitte wenden Sie sich bei Fragen dazu an Ihren Berater, der Ihnen dabei hilft, die für Sie wichtigen Informationen einzuholen und Sie an die richtigen Ansprechpersonen weiterleitet. Dazu gehört, dass Sie sich unbedingt drei Monate nach Ihrer Ankunft beim Arbeitsamt als arbeitsuchend registrieren lassen sollten.

Außerdem muss in jedem Fall mit der Ausländerbehörde und manchmal auch mit der Arbeitsagentur  vorab geklärt werden, ob Sie die Erlaubnis bekommen, ein Praktikum, eine Beschäftigung oder eine Arbeit aufzunehmen. Ohne diese vorherige Klärung machen Sie sich und das Unternehmen, das Sie beschäftigt, strafbar. Das kann sich negativ auf Ihre Zukunft auswirken. Mit der Einbeziehung der Behörden soll unter anderem sichergestellt werden, dass Sie für Ihre Arbeit einen gerechten Lohn und angemessene Arbeitsbedingungen erhalten. Nur für eine Hospitation, also das Zuschauen im Betrieb ohne eigene Tätigkeit, brauchen Sie keine Einverständniserklärung der Behörden.

Wenn Sie in Deutschland einer Arbeit nachgehen, ist meist der Beruf die ausgeübte Tätigkeit. Aktuelle Informationen über die geltenden Gesetze und Zugangsvoraussetzungen finden Sie unter der Adresse des Niedersächsischen Flüchtlingsrates: http://lklg.eu/ausbildungfluechtlingsrat

Wenn Sie bereits eine Anerkennung haben, helfen Ihnen in dieser Frage die Migrationsberatungsstellen von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und der Diakonie in Lüneburg weiter, oder Sie melden sich direkt bei der Arbeitsagentur in Lüneburg. Die Gesetze ändern sich häufig, deshalb ist es wichtig, dass Sie sich vorher beraten lassen.

Daneben gibt es auch die Möglichkeit, eine gemeinnützige Beschäftigung aufzunehmen. Damit ist eine gemeinnützige Arbeit gemeint, die zur Gemeinschaft beiträgt und mit einem geringen Stundenlohn vergütet wird. Diesen Lohn erhalten Sie zusätzlich zu Ihren Sozialleistungen. Gern können Sie freiwillig eine gemeinnützige Beschäftigung aufnehmen. Die Beschäftigung wird Ihnen über den Landkreis beziehungsweise über die Samtgemeinde vermittelt. Sie wird pro Stunde mit 1,05 Euro vergütet.

Die Beschäftigungsangebote sind nicht an eine bestimmte Qualifikation gebunden und hängen daher nicht von einer Anerkennung Ihrer Bildungsnachweise ab oder davon, in welchem Beruf Sie bisher tätig waren. Außerdem brauchen Sie zur Ausübung der Tätigkeit keine Erlaubnis beim Arbeitsamt einzuholen. Sie arbeiten freiwillig. Auch wenn die Bezahlung mit 1,05 Euro pro Stunde gering erscheint, haben Sie durch die Aufnahme einer Beschäftigung viele Vorteile: Sie lernen schneller Deutsch, Sie schließen Kontakt zu netten Kollegen und lernen den Alltag in Deutschland besser kennen.

Darüber, welche Beschäftigungsmöglichkeiten es gibt, informiert Sie Ihr Berater in Abstimmung mit dem Ordnungsamt der Gemeinde und dem Sozialamt beim Landkreis. Sollte die Beschäftigungsfähigkeit von besonderen Gesundheitsuntersuchungen oder Einweisungen abhängen, werden Sie darüber informiert.

Wichtige Hinweise: Es ist nicht möglich, sich allein eine gemeinnützige Beschäftigung zu suchen oder durch die Vermittlung von Ehrenamtlichen eine Beschäftigung aufzunehmen. Lediglich der zuständige Mitarbeiter im Sozialamt des Landkreises Lüneburg ist damit beauftragt, Sie in Beschäftigung zu vermitteln. Alle Menschen, die in Deutschland Soziallleistungen erhalten, können per Gesetz zu gemeinnütziger Beschäftigung herangezogen werden. Wer herangezogen wird und welche Beschäftigung angeboten wird, entscheidet das Sozialamt des Landkreises beziehungsweise der Hansestadt. Wer der Aufforderung nicht nachkommt und die Beschäftigung ablehnt, muss mit einer  Kürzung seiner Sozialleistungen rechnen.