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Wegweiser für Flüchtlinge-Deutsch

In Deutschland ist vieles anders

Die nachfolgenden Hinweise sollen Ihnen die Kommunikation und den Umgang mit Ihren Mitmenschen in Deutschland erleichtern und Ihnen dabei helfen, interkulturelle Missverständnisse zu vermeiden.

In Deutschland wird sehr direkt und offen miteinander kommuniziert. Das heißt, Schwierigkeiten, Probleme und Kritik werden offen aber höflich angesprochen, um gemeinsame Lösungen zu finden. Dies gelingt nur durch Transparenz und Ehrlichkeit auf beiden Seiten.
Das gesprochene Wort gilt. Vage oder falsche Aussagen, Schweigen oder Andeutungen werden häufig nicht verstanden und als unhöflich bewertet. Sie können gegebenenfalls zu Nachteilen für Sie führen. Ein Gesichtsverlust ist damit allerdings nicht verbunden.
In Deutschland wird erwartet, dass jeder, ob Mann oder Frau, für sich allein spricht. Das ist ein Recht und manchmal sogar eine Pflicht.

Oft müssen Sie vorab einen Termin absprechen, bevor Sie in Deutschland eine Beratung oder eine Behandlung wahrnehmen oder zum Beispiel eine Behörde besuchen. Termine sind immer verbindlich und müssen eingehalten werden. Das bedeutet, dass Sie den Termin rechtzeitig absagen müssen, wenn Sie nicht kommen können. Außerdem ist es wichtig, dass Sie pünktlich erscheinen. Es ist deshalb höflich, kurz anzurufen, wenn Sie sich verspäten.

In Deutschland werden Männer und Frauen gleichbehandelt, denn sie sind einander gleichgestellt. Diese gesellschaftliche Regel gilt auch für Menschen, die aus anderen Ländern zugewandert sind. Ihre Ansprechpartner können daher sowohl Männer als auch Frauen sein. Frauen haben das Recht und die Kompetenz, Männer zu beraten oder über ihre Anliegen zu entscheiden. Umgekehrt gilt, dass männliche Familienmitglieder akzeptieren müssen, dass ihre Frau, Schwester, Mutter oder Tochter von Männern beraten werden oder dass sie selbst Entscheidungen treffen.

Mädchen und Jungen werden gemeinsam unterrichtet und im Unterricht gleich behandelt. Sie nehmen an allen Aktivitäten, die die Schule im Unterricht anbietet, zusammen teil.

Eltern sind die wichtigsten Erziehungspartner der Lehrerinnen und Lehrer. Sie haben ein Mitspracherecht. In den Schulen und Kindergärten wird es Eltern ermöglicht, an Elternsprechtagen oder an Elternabenden ihre Fragen und Anregungen einzubringen. Bei Schwierigkeiten sollten Lehrer und Eltern rechtzeitig miteinander reden, um die beste Lösung für alle Beteiligten zu finden.