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Landräte und Oberbürgermeister gegen Pläne für Konföderation der Handelskammern Lüneburg-Wolfsburg und Braunschweig (04.09.2017)

(sp/lk) In einer gemeinsamen Presseerklärung beziehen die Landräte Michael Roesberg (Stade), Manfred Nahrstedt (Lüneburg), Rainer Rempe (Landkreis Harburg) und Oberbürgermeister Ulrich Mädge (Hansestadt Lüneburg) jetzt Stellung zur Planung einer Konföderation der Industrie- und Handelskammern Lüneburg-Wolfsburg und Braunschweig.

Aus ihrer Sicht ist es zwar ein Fortschritt, dass die beiden IHK das Ziel einer Fusion wegen der vorgetragenen Gegenargumente aus dem politischen und wirtschaftlichen Raum der Nord-Ost-Region aufgegeben haben. Das nun anscheinend favorisierte Modell einer Konföderation sehen die Landräte und der Oberbürgermeister jedoch sehr kritisch. Am Ende des Prozesses gäbe es dann doch eine Fusion, so wie im Lahn-Dill-Kreis, an dem sich die IHK Lüneburg-Wolfsburg orientiert. „Die Folgen sind dann doch eine Zentralisierung am Standort Braunschweig-Wolfsburg, der wir nicht zustimmen können“, sagt Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge.

Darüber hinaus findet sich in dem IHK-Arbeitspapier nicht ein klares Bekenntnis zu zwei selbstständigen Hauptgeschäftsführern in Lüneburg und Braunschweig. Die Befürchtung bleibt, dass die angestrebte Konföderation nur die jetzigen Widerstände in Wirtschaft und Politik beruhigen soll, aber weiter das Ziel einer Fusion angestrebt wird.

Roesberg, Nahrstedt, Rempe und Mädge appellieren daher an die Vertreterinnen und Vertreter der Vollversammlung am 7. September 2017, dem vom Präsidium erarbeiteten Papier für Verhandlungen für eine Konföderation mit der IHK Braunschweig nicht ohne intensiven Dialog mit den politischen Akteuren im Nord-Ost-Raum zuzustimmen.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge:
„Ich darf daran erinnern, dass wir in der Nord-Ost-Region Niedersachsen immer stark waren, wenn Wirtschaft und Politik gemeinsam an einem Strang gezogen haben. Diese Gemeinsamkeit wird anscheinend seit einem halben Jahr von führenden Kräften in der IHK Lüneburg-Wolfsburg nicht mehr als oberstes Ziel für die Entwicklung unserer Region gesehen. Dies bedaure ich sehr.“

Landrat Manfred Nahrstedt:
„Die wirtschaftspolitischen Ziele unserer Region: Bau der A39, Ausbau des Schiffshebewerks Scharnebeck, weitere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Hansestadt Hamburg, Digitalisierung und Europaisierung müssen in den Vordergrund gestellt werden. Mit einfachen strukturellen Veränderungen zu Lasten des Mittelstandes werden wir die Herausforderungen der nächsten Jahre nicht bewältigen können.“

Landrat Rainer Rempe:
„Sämtliche politischen Kräfte haben sich in den letzten Monaten parteiübergreifend ausdrücklich gegen Fusions-Überlegungen der beiden IHK ausgesprochen. Wirtschaft braucht ortsnahe, kompetente Strukturen. Gerade für die kleinen und mittleren Unternehmen ist es wichtig, Ansprechpartner vor Ort zu haben.

Und für den wirtschaftlichen Erfolg  unserer Region, die in der Metropolregion Hamburg klar auf dem Wirtschaftsraum Hamburg ausgerichtet ist, ist es unerlässlich,  dass die Hamburger Vertreter aus Politik und Wirtschaft kompetente und hochrangige Ansprechpartner aus Nordostniedersachsen bekommen. Dies kann nur durch einen eigenständigen, in Lüneburg angesiedelten Sitz einer IHK mit einem vor Ort agierenden Hauptgeschäftsführer gewährleistet werden.“

Landrat Michael Roesberg:
„Wir fordern nachdrücklich nochmals den Präsidenten der IHK Lüneburg-Wolfsburg auf, mit uns als politische Repräsentanten dieser Region, in einen Dialog einzutreten. Deshalb unsere Bitte an die Mitglieder der IHK-Vollversammlung, am 07.09.2017 nachdrücklich Präsident und Hauptgeschäftsführer zu beauftragen, diesen Dialog endlich mit uns aufzunehmen und sich nicht für eine Konföderation mit der IHK Braunschweig zu entscheiden.“

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