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Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung: Neue Beratungsstelle von Stadt und Kreis (31.07.2020)

Diskriminierung kann vielfältig sein. Foto: Landkreis Lüneburg(lk/ho) Im Alltag, im Job oder in der Schule – Diskriminierung kann Menschen überall treffen. In Hansestadt und Landkreis Lüneburg gibt es jetzt eine Anlaufstelle, bei der Betroffene Unterstützung finden: Seit wenigen Wochen bieten Sorusch Ebrahimi und Andrea-Vicky Amankwaa-Birago von der Antidiskriminierungsberatungsstelle qualifizierte Hilfe an. Wer sich ausgegrenzt oder benachteiligt fühlt, kann unter Telefon 0152-08258428 Kontakt zu ihnen aufnehmen. Hinter dem Projekt steht diversu e.V., das Institut für Diversity, Natur, Gender und Nachhaltigkeit, gefördert wird die Initiative über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“.

Diskriminierung ist vielfältig: Menschen werden aufgrund ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihres Alters, ihrer religiösen Ansichten, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer körperlichen Einschränkungen abgewertet, ausgegrenzt und benachteiligt – ohne sachlichen Grund und oft ohne Unrechtsbewusstsein. „Unser Ziel war es, ein barrierearmes, wohnortnahes und unabhängiges Beratungsangebot für Betroffene zu schaffen“, erklärt Karin Kuntze als Leiterin des BIB den Ansatz des Netzwerks. Und dieser ist gelungen: An fünf Tagen pro Woche ist die Beratungsstelle telefonisch erreichbar, bei Bedarf sind Online-Beratung oder Termine vor Ort – auch in den Landkreis-Kommunen – möglich. Bei Sprachbarrieren sorgt diversu e.V. für Hilfe durch Kulturmittler*innen und Übersetzer*innen. Jede Beratung folgt den Grundsätzen der Vertraulichkeit und kann auf Wunsch anonym erfolgen. „Wir möchten allen Menschen einen geschützten Raum bieten, um über ihre Diskriminierungserfahrungen zu sprechen“, sagt Andrea-Vicky Amankwaa-Birago.

Die Erfahrungen, die der Landkreis Lüneburg beim Aufbau des Antidiskriminierungsnetzwerks und nun bei der Beratung sammelt, sollen weitere Kommunen in Niedersachsen dabei unterstützen, selber aktiv zu werden. „Nach dem Lüneburger Modell sollen in den kommenden Jahren insgesamt vier regionale Kompetenzzentren entstehen“, kündigt Karin Kuntze an. Und Koordinator Sorusch Ebrahimi ergänzt: „Wir haben mit dem breit aufgestellten Lüneburger Netzwerk eine hervorragende Ausgangsbasis. In Zusammenarbeit mit den Akteur*innen versuchen wir gemeinsame Ziele und ein gemeinsames Vorgehen zu definieren – das ist auch eine Herausforderung.“

Professionalität ist den neuen diversu-Teammitgliedern Ebrahimi und Amankwaa-Birago wichtig. So formuliert Amankwaa-Birago einen klaren Rahmen für die erfolgreiche Antidiskriminierungsberatung und macht die Stärken ihres Teams deutlich: „Qualifizierung des Beratungsteams zum Thema Anti-Diskriminierung und Diversity, Qualitätsstandards und Best Practise-Beispiele aus anderen Regionen und Unternehmen, ein diverses Team mit einem kompetenten Netzwerk im Rücken und ein regelmäßiger Austausch unter den Kolleginnen und Kollegen.“ Abschließend steht eine klare Ansage: „Diskriminierung endlich ernst zu nehmen, nicht als Randerscheinung oder als das Problem ‚der anderen‘ abzutun, ist unser Anliegen.“ Dafür tritt Karin Kuntze vom BIB mit Andrea-Vicky Amankwaa-Birago und Sorusch Ebrahimi tatkräftig ein.

Mehr Informationen zum Antidiskriminierungsnetzwerk für Hansestadt und Landkreis Lüneburg sowie zur neuen Beratungsstelle gibt es unter www.diversu.org/antidiskriminierungsberatung.

 

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