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Geplantes Naturschutzgebiet Elbeniederung

(lk/mo) „Dieses Gebiet mit seiner Artenvielfalt ist einzigartig in Niedersachsen.“ Mit diesen Worten beschrieb am Dienstag (29. Januar 2019) Maja Züghart vom Fachdienst Umwelt in der Sitzung des Umweltausschusses die Elbeniederung zwischen Hohnstorf und Artlenburg. Das 207 Hektar große Areal soll noch in diesem Jahr als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. „Wir wollen dafür sorgen, dass Tieren, Pflanzen und damit auch den Menschen wertvoller Lebensraum erhalten bleibt.“

In der Elbeniederung zwischen Hohnstorf und Artlenburg finden sich Lebensräume wieder, die in Deutschland nur selten vorkommen. Als Beispiel nannte Maja Züghart Brenndolden-Auenwiesen. Das ist feuchtes Grünland, welches aufgrund seiner Pflanzenvielfalt unter anderem Insekten Nahrung und Schutz bietet. „Wir wissen alle um den dramatischen Rückgang von Bienen und anderen Insekten“, sagte die Diplom-Forstwirtin während der Sitzung in Artlenburg, „für diese Tiere ist artenreiches Grünland überlebenswichtig.“ Gleiches gelte für seltene Amphibien oder Vögel. „Die Zahl der Braunkehlchen ist rückläufig – hier an der Elbe ist der Vogel noch heimisch.“

Um Tieren und Pflanzen im geplanten Naturschutzgebiet wertvollen Lebensraum bieten zu können, bedarf es Rücksicht. „Naturschutz erfordert immer Kompromisse“, machte Maja Züghart deutlich. „Dennoch halten sich die Einschränkungen für die Menschen in Grenzen.“ So werden Erholungssuchende ganzjährig in der Elbeniederung spazieren gehen können, während der Brut- und Setzzeit dürfen sie lediglich die vorgegebenen Wege nutzen. Auch Schwimmen in der Elbe ist weiterhin erlaubt – dafür gibt es künftig ausgewiesene Erholungsbereiche. Für den Deichschutz stellte die Mitarbeiterin der Naturschutzbehörde klar: „Der Hochwasserschutz hat immer Vorrang. Allerdings wollen wir bei allen anstehenden Maßnahmen prüfen, ob es im Sinne des Naturschutzes sinnvolle Alternativen gibt.“

Die Ausweisung der Elbeniederung zwischen Hohnstorf und Artlenburg als Naturschutzgebiet geschieht nach Vorgaben der EU. Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis Lüneburg Mitte Januar ein öffentliches Beteiligungsverfahren gestartet - noch bis zum 15. Februar 2019 können Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen und Bedenken schriftlich mitteilen. Die endgültige Entscheidung über das Naturschutzgebiet trifft der Kreistag.

Weitere Informationen zum Naturschutzgebiet Elbeniederung zwischen Hohnstorf und Artlenburg gibt es im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de/naturschutzgebiete.

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