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Kommunen im Landkreis wehren sich gegen Schienenausbauprojekt

Zu viel Lärm durch Güterzüge – kommunale Vertreter protestierten am Lüneburger Bahnhof gegen Alpha E. Foto: Landkreis Lüneburg

(lk/mo) Enger Schulterschluss beim Thema Alpha E: Zu einer ungewöhnlichen Dienstbesprechung haben sich am Vormittag (30. November 2018) gleich mehrere Kommunen und Bürgerinitiativen der Region Lüneburg am Bahnhof getroffen. Sie erörterten dort auf Einladung von Hansestadt und Landkreis Lüneburg die aktuellen Entwicklungen zum Schienenausbauprojekt Alpha E. Deutliche Kritik äußerte Landrat Manfred Nahrstedt am Abschlussdokument des Dialogforums. Dieses fasst Vorschläge für die künftigen Streckenplanungen zusammen. Demnach soll erheblich mehr Güterverkehr durch dicht besiedeltes Gebiet rund um Lüneburg gelenkt werden. Betroffen wären mehr als 110.000 Einwohner im Lüneburger Raum. „Unsere Interessen werden überhaupt nicht berücksichtigt, ich erwarte einen ehrlichen Dialog“, so der Landrat. Oberbürgermeister Ulrich Mädge ergänzte: „Wir sind mit unserer Haltung zu unbequem, deswegen wurden wir zu wichtigen Gesprächen gar nicht erst zugelassen.“

Die teilnehmenden Vertreter betonten ihr „Ja“ zum Schienenausbau, gerade für den Personennahverkehr. Gleichzeitig vermissen sie sachliche Argumente. „Zum künftigen Verkehrsaufkommen benötigen wir fundierte Zahlen - und nicht Wunschzahlen“, erklärte Landrat Manfred Nahrstedt. Außerdem finde der zunehmende Güterverkehr unter anderem aus Skandinavien im Ergebnis des Dialogforums keine Berücksichtigung, erläuterte Peter Rowohlt, Bürgermeister der Samtgemeinde Ilmenau. Deshalb fordern die Kommunen: Eine Neubautrasse entlang der A7 und der Ausbau der OHE-Strecke Winsen-Hützel-Celle müssen als Alternativen dringend geprüft werden.

Teilnehmende der Dienstbesprechung waren Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises Lüneburg (Manfred Nahrstedt, Jürgen Krumböhmer), der Hansestadt Lüneburg (Ulrich Mädge, Dr. Karl-Heinz Rehbein, Markus Moßmann), der Samtgemeinden Amelinghausen (Claudia Kalisch), Bardowick, Gellersen (Susanne Stille, Hans-Christian Friedrichs), Ilmenau (Peter Rowohlt) und Ostheide sowie der Gemeinden Deutsch Evern (Ulrike Walter), Betzendorf (Henning Witthöft) und Oldendorf (Jan Phillip Rieckmann). Außerdem waren die Bürgerinitiativen „Anwohner gegen Ausbau DE 21 e.V.“ (Michael Hansen) und „Initiative Bahnlärm Ost e.V.“ (Dr. Helmut Müller) dabei.

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