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Biotopverbund Elbtal

Pflegekonzept für Wirtschaftswege der Stadt Bleckede

Im Rahmen des BENe-Projektes entsteht derzeit ein Pflegekonzept für die Wirtschaftswege im rechtselbischen Teil der Stadt Bleckede. Ziel ist die Pflege der Wegraine so umzustellen, dass wieder mehr Blütenpflanzen in der Landschaft vorhanden sind. Das hilft allen blütenbesuchenden Insekten wie Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und Schmetterlingen.

Die Theorie

Die Empfehlungen der Wissenschaft für Artenreiche Grünlandflächen sind eine angepasste Mahd zum richtigen Zeitpunkt mit einem anschließenden Abräumen des Mähguts. Die derzeit praktizierte Mulchmahd hinterlässt einen undurchdringlichen Filz, der starkwüchsige Gräser fördert. Nur die Gräser können hindurch wachsen und der zersetzende Mulch bringt viele Nährstoffe in den Boden. Blütenpflanzen brauchen jedoch Licht und meist einen eher nähstoffärmeren Boden. Mit dem Abräumen kommt wieder Licht bis zum Boden und es werden den Flächen Nährstoffe entzogen, was den Blütenpflanzen zugutekommt.

Dazu sollen insektenschonende Techniken eingesetzt werden, was bedeutet Doppelmessermähwerke statt Mulchmäher. Letztere ziehen die Kleintiere regelrecht durch ihre Sogwirkung der schnell rotierenden Messer an. Viele Insekten überleben die Mulchmahd daher nicht. Die Doppelmesserbalken haben keine Sogwirkung und schneiden das Gras in einer Höhe von ca. 10 cm ab. Das überleben die meisten Tiere unbeschadet.

Die praktische Umsetzung

Eine Umstellung auf eine ökologische Pflege bedeutet vordergründig einen höheren Aufwand bei der Pflege. Je nach eingesetzten Maschinen sind bis zu drei Arbeitsgänge statt einem Arbeitsgang wie beim Mulchen notwendig. Das klingt zunächst nach einer Verdreifachung der Kosten. Hier sind kreative Lösungen gefragt, die mit dem Pflegekonzept erarbeitet werden.

Das Pflegekonzept

Die Wege werden in intensive und extensive Bereiche eingeteilt. Im intensiven Bereich werden die Pflegemaßnahmen weiterhin so durchgeführt wie bisher, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Im extensiven Bereich kann die Pflegeintensität heruntergefahren werden. Teile werden nur noch alle zwei Jahre gepflegt, andere durch die angrenzende Viehwirtschaft örtlicher Landwirte beweidet. Die Weidedauer und Zeitspannen werden dabei abgestimmt. Größere Wegrainseitenbereiche können auch zur Heugewinnung durch Landwirte mit zeitlichen Vorgaben genutzt werden. Alle anderen Flächen werden mit vorgegebenen Mahdzeiten insektenschonend gemäht und abgeräumt.

Für jeden Weg wird ein einseitiger Wegsteckbrief erstellt. Aus ihm geht hervor, wann und zu welcher Zeit welche Arbeiten durchgeführt werden sollen. Nach einem einfachen Schlüssel wird festgelegt, auf welcher Wegseite zu welcher Zeit eine Maßnahme durchgeführt wird. Auch müssen Lösungen gefunden werden, was mit dem Mahdgut passiert, wenn es abgeräumt und nicht als Futter genutzt werden kann.

Abb. Teil eines Wegsteckbriefes

In diesem Jahr sollen die ersten Strecken versuchsweise ökologisch bewirtschaftet werden. Die Erfahrungen sollen in die Pflege weiterer Strecken einfließen.

Hier finden Sie das Pflegekonzept:

Ansprechpartner

Landkreis Lüneburg

Fachdienst 61 Umwelt Dr. Olaf Anderßon Projektmanager BENe +49 4131 26 - 1449 +49 4131 26 - 2449 E-Mail senden