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1. Pflanzenbörse in Amt Neuhaus: Mit Wiesenknopf und Flockenblume gegen das Insektensterben

Kirschbäume blühen vielerorts in der Region bereits in voller Pracht. Foto: LKLG(lk/iw/BENe) Kirschbäume blühen vielerorts bereits in voller Pracht, bald treiben auch die Apfelbäume. Besonders schön zu sehen ist das dann in der Gemeinde Amt Neuhaus, wo zahlreiche Obstbäume Straßen und Wege säumen – so viel wie nirgendwo sonst im Landkreis Lüneburg.

Um das Blütenreich zu bestaunen, lohnt sich daher gerade in diesen Tagen ein Ausflug auf die östliche Elbseite. Bei der 1. Pflanzenbörse am Samstag (13. April 2019) können sich Interessierte dabei von 11 bis 16 Uhr auch über fast vergessene Blühpflanzen wie Wiesenknopf, Flockenblume oder Wegwarte informieren.

Mit den Blumen wollen Bürger in der Elbgemeinde künftig ihre Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge füttern. Das neue Netzwerk „Blütenreiche, naturnahe Gärten“ setzt besonders auf heimische Pflanzen als Beitrag gegen das Insektensterben. Zum ersten Mal in Amt Neuhaus veranstalten die Gartenfreunde darum die Pflanzenbörse auf dem Gelände am Haus des Gastes.

Jeder ist eingeladen und kann mitmachen – zum Tauschen, Kaufen oder zum Fachsimpeln in persönlicher Atmosphäre. Angeboten werden heimische Kräuter, Stauden, Gehölze und die ersten Setzlinge.

„Gärten sind in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft häufig der letzte Rückzugsraum für Insekten, Vögel und Kleinsäuger“, sagt Netzwerkkoordinator Dr. Olaf Anderßon. Der Biologe leitet das Landkreis-Projekt „Biotopverbund Elbtal Amt Neuhaus (BENe)“ seit einem Jahr und hat das Netzwerk „Blütenreiche, naturnahe Gärten“ vor kurzem ins Leben gerufen.

Die 1. Pflanzenbörse in Neuhaus soll dazu beitragen, dass mehr Menschen zum naturnahen Gärtnern angeregt werden. Denn auch in der Biosphären-Region an der Elbe finden Insekten speziell die Wildbienen oft kaum noch Nahrung. In der von intensiver Landwirtschaft geprägten Region mangelt es an Blüten und Nistmöglichkeiten, so Anderßon.

Die Felder sind zu groß für die Wildbienen: „Die können gerade mal 100 Meter überfliegen, mehr schaffen sie nicht.“ Mit einem Verbund von naturnahen Gärten und besonderen Blüten an den Straßenrändern will der Projektleiter kürzere Wege und neue „Landeplätze“ für Insekten schaffen.

Bei der 1. Pflanzenbörse in Neuhaus werden neben heimischen Blühpflanzen auch Besonderheiten aus den grünen Schatzkammern der Häuser und Gärten angeboten wie junge Obstbäume der alten Sorten oder seltenes Gemüse. Mit dabei sind unter anderem der Verein Konau 11 mit Obstbäumen, der Gärtner Eberhard Parnitzke aus Dahlenburg mit Wildstauden, sowie der Naturgraten e.V. Regionalgruppe Mecklenburg.

Für das leibliche Wohl sorgt der Archehof Rosenberg mit Archehof-Burger und Bratwurst, zudem werden Kaffee und Kuchen angeboten.

Weitere Informationen gibt es beim Netzwerkkoordinator „Blütenreiche, naturnahe Gärten“ und BENe-Projektmanager Dr. Olaf Anderßon per E-Mail an olaf.andersson@landkreis-lueneburg.de oder telefonisch unter 04131 26-1449.

 

Hintergrund:

Das Netzwerk „Blütenreiche, naturnahe Gärten“ ist ein lockerer Zusammenschluss von Gartenbesitzern im Amt Neuhaus und darüber hinaus, die in ihren eigenen Gärten etwas für blütenbesuchende Insekten tun wollen. Die Mitglieder des Netzwerkes möchten sich miteinander austauschen, gegenseitige Gartenbesuche durchführen, aber auch nach außen Informationen und Erfahrungen weitergeben.

Das Naturgartennetzwerk trifft sich einmal im Quartal zum Gedankenaustausch. Zu den Treffen sollen Referenten zu Garten- und Naturthemen eingeladen werden. Es besteht eine Mailing-Liste über die sich die Mitglieder des Naturgartennetzwerkes auch außerhalb der Treffen gegenseitig informieren und austauschen können. Geplante Maßnahmen sind u.a. die Pflanzenbörse oder die Anlage eines Schaugartens.

 

Text: Angelika Hoffmann

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