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Junge Riesen für das Amt Neuhaus: Landkreis sucht Standorte für freistehende Eichen (13.01.2021)

Freistehende Eichen werden auch von Weidetieren gerne als Schattenspender genutzt. Foto: Landkreis Lüneburg

(lk/la) Sie sollen den Landschaftscharakter in der Elbmarsch erhalten, doch dafür brauchen sie Orte zum Wurzeln schlagen: Jahrhunderte alte, freistehende Eichen prägen die Niedersächsische Elbmarsch um das Amt Neuhaus, doch viele dieser kulturhistorischen Zeitzeugen sterben langsam ab oder wurden von Stürmen entwurzelt. Deshalb hat der Landkreis Lüneburg im Rahmen des Projekts „Biotopverbund Elbtal Amt Neuhaus (BENe)“ die Aktion „Junge Riesen“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, im Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue geeignete Standorte auf Feldern und Wiesen zu finden, an denen neue Bäume gepflanzt werden können.

Die vergangenen, trockenen Jahre haben den alten Eichen im und um das Amt Neuhaus stark zugesetzt. „Wenn der Bestand langfristig erhalten bleiben soll, dann müssen wir junge Bäume nachpflanzen“, betont BENe-Projektmanager Dr. Olaf Anderßon. „Die Eichen prägen nicht nur das Landschaftsbild, sie stellen auch einen wichtigen Lebensraum und sind die Nahrungsgrundlage für viele Tierarten.“ Für Fledermäuse dienen die Bäume beispielsweise als Landmarken, an denen sie sich orientieren können. Greifvögel wie der Rotmilan nutzen sie als Brutplätze. „Außerdem sorgen die Bäume dafür, dass manche Tiere größere, für sie nicht geeignete Lebensräume überqueren können“, verdeutlicht Dr. Olaf Anderßon. „Sie sind Trittsteine im Biotopverbund.“

Aus diesen Gründen sucht der Biologe mit seinen Kolleginnen und Kollegen nun nach geeigneten Stellen für neue Einzelbäume in der freien Landschaft. Das Projekt „Junge Riesen“ richtet sich dabei vor allem an Grundbesitzer aus Amt Neuhaus und dem rechtselbischen Teil der Stadt Bleckede, die jeweils ein paar Quadratmeter ihres Landes zur Verfügung stellen. Die Eichen werden jedoch nicht als große Bäume an Ort und Stelle gesetzt. „In Schutzgattern von vier mal vier Metern sollen junge Eichen oder wahlweise auch Ulmen gepflanzt werden“, erläutert Dr. Olaf Anderßon. „Alternativ wollen wir die Eicheln der alten Bäume aussäen.“

Bevor jedoch gepflanzt werden kann, müssen potenzielle Flächen mit anderen Interessen wie dem Wiesenvogelschutz und der Feldbewirtschaftung abgeglichen werden. Grundbesitzer können sich bei BENe-Projektmanager Dr. Olaf Anderßon per E-Mail unter olaf.andersson@landkreis-lueneburg.de oder telefonisch unter der Nummer 04131 – 26 1449 melden.

Weitere Informationen zum Biotopverbund gibt es unter www.landkreis-lueneburg.de/umwelt.

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