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Sohlgleite Wohlenbüttel

{FOTO Die Mühle Wohlenbüttel vor der Maßnahme}

Für eine Bewertung als gutes Fließgewässer ist die „ökologische Durchgängigkeit“ ein maßgeblicher Aspekt. Flusslebewesen müssen sich uneingeschränkt im Gewässerlauf  mit sowie gegen die Fließrichtung fortbewegen können, um zu ihren bevorzugten Laichgebieten und Lebensräume zu gelangen. 

Eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Flussbewohner

In der Luhe ist die Durchgängigkeit durch Hindernisse wie Wehre und Stauschwellen, sogenannte Querbauwerke, an mehreren Stellen unterbrochen - so auch in Wohlenbüttel. Das Wehr der alten Mühle behinderte durch den Aufstau des Flusses die Bewegungsfreiheit der Flussbewohner. Die Wanderfische, dabei unterscheidet man zwischen anadromen (gegen die Fließrichtung wandernden) und katadromen (mit der Fließrichtung wandernden) Arten vermochten nur bis unterhalb des Wehres in Wohlenbüttel aufzusteigen. Davon betroffen waren Elritze, Groppe, Bachforelle und Neunauge, aber auch Lachs und Meerforelle. Die hohe Wasserspiegeldifferenz am Wehr sowie die baulichen Gegebenheiten insgesamt waren für die Fische unüberwindbar.

Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit
 

{FOTO Sohlgleite während der Maßnahme}

Die Luhe ist für Meer- und Flussneunauge, Lachs und Meerforelle überregional bedeutend im Ilmenau- und auch im Elbeeinzugsgebiet. Damit für alle Fische der Aufstieg bis in den Oberlauf der Luhe gewährleistet werden kann, wurden für die „Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit“ im Bereich des alten Wehres Fördermittel beantragt.

Um diesen Streckenabschnitt der Luhe wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen, wurden weitreichende Maßnahmen beschlossen.

Stauniederlegung: Die Schützentafeln des alten Mühlenwehrs wurden ausgebaut und das Wasser der Luhe nicht mehr zur Wasserkraftnutzung aufgestaut

Die Maßnahmen

  1. der Bau einer Sohlgleite – die Sohlgleite sorgt dafür, dass an Stelle des bisherigen Wasserabsturzes eine neue Gewässersohle mit geringem, gleichmäßigem Gefälle und mit luhetypischem Substrat (Kies, Steine, wenig Sand) entsteht. Die Fließzustände die sich dort einstellen, entsprechen den natürlicherweise in der Luhe vorkommenden Fließzuständen und ermöglichen allen Organismen ungehinderte Wanderbewegungen.
  2. die Verbreiterung der Luhe – durch die Verbreiterung im Bereich der Mühle um ca. 3 m  wird ein Aufstau der Luhe bei Hochwasser aufgrund der Einengung durch das Gebäude verhindert und die Herstellung einer typischen Flussbreite und entsprechender Fließverhältnisse ermöglicht.
  3. die Wiederherstellung denkmalgeschützter Elemente – zur Erneuerung der von den Bauarbeiten betroffenen, zu erhaltenden und unter Denkmalschutz stehenden Teile des Mühlenwehres.
  4. Umwandlung einer Sohlschwelle in eine Sohlgleite – rund 700 m oberhalb der Mühle gewährleistet die Durchgängigkeit.

Finanzierung des Projektes

{FOTO Sohlgleite Wohlenbüttel im bewachsenen Zustand}

 

Träger der Maßnahme war der Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverband Luhe. Die Finanzmittel stammten zu  90 Prozent aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für den ländlichen Raum (ELER) und dem Förderprogramm des Landes Niedersachsen. Der Landkreis Lüneburg stellte die fehlenden zehn Prozent des rund 376.000 Euro umfassenden Projektes zur Verfügung.

 

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit Geduld, Fachkenntnis und unter Berücksichtigung des Erhaltes wertvollen Kulturgutes ist im Bereich der Wohlenbütteler Mühle ein naturnaher Lebensraum für die Fauna, Flora und auch den Menschen in und um den Fluss entstanden.

Ansprechpartner

Landkreis Lüneburg

Fachdienst Umwelt Herr Michael Loch +49 4131 26-1264 +49 4131 26-2264 E-Mail senden