27.08.2019 - 9 Bericht des Landrats/Betriebsleiters über wicht...
Grunddaten
- TOP:
- Ö 9
- Gremium:
- Betriebs- und Straßenbauausschuss
- Datum:
- Di., 27.08.2019
- Status:
- öffentlich (Protokoll genehmigt)
- Uhrzeit:
- 15:00
Wortprotokoll
BL Seegers erläutert den aktuellen Sachstand zum Alleenprogramm. Das Thema sei wesentlich komplexer, als anfänglich eingeschätzt. Selbst, wenn ein Großteil der Planungsaufgaben fremdvergeben werden sollte, binde dieses erhebliche Personalkapazitäten des SBU, die derzeit nicht zur Verfügung stünden.
Es hätten diverse Gespräche, wie beispielsweise mit dem Nds. Heimatbund, dem Landkreis Harburg, einer Baumgutachterin, einer Mitarbeiterin der NLStBV, stattgefunden.
Im Landkreis Harburg habe man vor einigen Jahren ebenfalls ein Alleenkonzept erstellt. Es sei darauf hingewiesen worden, dass eine detaillierte Bestandsaufnahme mit Kartierung erforderlich sei, wozu seinerzeit Infrarotluftbildaufnahmen ausgewertet worden seien. Anhand dieses Bildmaterials könne man die Vitalität der Bäume überprüfen.
Der Leiter der BGS Harburg habe erklärt, dass der erstellte Leitfaden zwar hinsichtlich Nachpflanzungen angewendet werde, dieser jedoch aufgrund fehlender Ressourcen nicht weiterentwickelt worden sei und letztlich auf 2-3 Musterstrecken basiere, für die es eine Infrarotbildauswertung gegeben habe. Eine kreisweite Priorisierung habe noch nicht stattgefunden. Eine komplette Luftbildauswertung sei seinerzeit zu teuer gewesen. Bei den Musterstrecken habe man sich zur ebenfalls erforderlichen terrestrischen Begutachtung einer Baumgutachterin aus Hannover bedient, die über sehr viel Erfahrung in der Vitalitätsprüfung verfüge.
Diese Baumgutachterin habe nach entsprechender Kontaktaufnahme, so Seegers weiter, deutlich gemacht, dass sie das Vorhaben des Landkreises Lüneburg sehr positiv einschätze, selbst jedoch keine freien Kapazitäten zur Verfügung habe, um hier tätig zu werden.
Dies habe auch der Leiter des Projektbüros Kooperativer Naturschutz aus Holzminden, Herr Dr. Ansgar Hoppe signalisiert. Vom Nds. Heimatbund sei diese Kontaktaufnahme empfohlen worden, da Herr Dr. Hoppe das erste Alleen-Projekt des Nds. Heimatbundes angeregt und initiiert habe. Außerdem habe er flächendeckend die Alleen und Baumreihen im Landkreis Hildesheim und in der Region Hannover kartiert.
Herr Dr. Hoppe habe empfohlen, zunächst die Ziele zu definieren, die realistisch und erreichbar seien. Es sollten evtl. zunächst nur die echten zweireihigen Alleen betrachtet werden und erst bei einer Fortschreibung auch die einreihigen Baumreihen. Erforderlich sei eine enge Betreuung durch einen Landschaftsplaner oder Biologen. Er empfehle, evtl. die Uni Lüneburg für dieses Projekt zu gewinnen. Dieses könnte im Rahmen einer Masterarbeit realisiert werden.
Das bereits beim Landkreis vorhandene Luftbildmaterial sei zwischenzeitlich von der Firma HansaLuftbild im Hinblick auf eine Vitalitätsprüfung geprüft worden. Danach sei zwar eine Kartierung möglich, nicht jedoch eine Vitalitätsprüfung. Derzeit werde daher gemeinsam mit dem hiesigen IT-Service geprüft, ob es weitere Möglichkeiten gebe, an geeignete Luftbildaufnahmen zu gelangen oder, ob eine Befliegung erforderlich werde. Die genauen Kosten hierfür könnten noch nicht beziffert werden, da diese letztlich von dem konkreten Untersuchungsumfang abhängen würden. Es werde sich aber voraussichtlich um einen deutlich fünfstelligen Betrag handeln.
KTA Thiemann betont, er habe sich die Erstellung eines Baumkatasters auch einfacher vorgestellt. Es solle daher zunächst eine Art Leistungskatalog mit entsprechenden Kosten erstellt werden, über den zu entscheiden sei und der dann abzuarbeiten wäre.
KTA Schultz verweist auf seine bisherigen Ausführungen zu diesem Thema und betont nochmals, dass das Nachpflanzen von Bäumen unmittelbar an den Straßen mit dem Ziel der Verringerung von Baumunfällen nicht vereinbar sei.
KTA Kastens und KTA Marten geben zu bedenken, dass bei diesem Thema mit Augenmaß vorgegangen werden müsse. Notwendigkeit und Erforderlichkeit sollten kritisch geprüft werden und danach die entsprechenden politischen Weichen gestellt werden. Dazu sollten zunächst die zu erwartenden Kosten zusammengestellt werden.









