Anfrage an Fachausschuss / Kreistag - 2026/179
Grunddaten
- Betreff:
-
Anfrage der Gruppe AfD / dieBasis vom 02.06.2026 zum Thema "Änderung des Katastrophenszenariums des Weltklimarates (IPCC)" (Im Stand der 1. Aktualisierung der Verwaltung vom 03.06.2026)
- Vorlageart:
- Anfrage an Fachausschuss / Kreistag
- Klimacheck:
- stark positive Klimawirkung
- Federführend:
- Klimaschutz/ Kreisentwicklung/ Wirtschaft
- Bearbeitung:
- Kreistagsbüro
- Beteiligt:
- Verwaltungsleitung
- Verantwortlich:
- AfD-Fraktion
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Geplant
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Kreistag
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Kenntnisnahme
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25.06.2026
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Sachverhalt
Im Modell RCP8.5 sollte es nach dem letzten Bericht des Weltklimarates (AR6) bis zum Jahre 2100 um 4,4 bis 5,7 Gradwärmer werden. Mit diesem Szenario wurde im politischen Raum gearbeitet und es wurden Gesetze zur Einführung der CO2-Steuer, Klimaschutzprogramme und Verbrennerverbote damit begründet.
Am 7. April 2026 veröffentlichten die 44 IPCC-Autoren, die für die Klimaszenarien des Weltklimarates verantwortlich sind, eine bahnbrechende Nachricht. Unter der Federführung von Prof. Detlef van Vuuren erklärten die Wissenschaftler, dass die bislang in den letzten beiden Klimaberichten von 2013/2014 (AR5) sowie von 2021-2023 (AR6) aufgeführten Szenarien, die zu Temperaturerhöhungen bis zu 5 Grad Celsius im Jahre 2100 führen sollten, „unplausibel“ (implausible) sind.
Nach den neueren Berechnungen der 44 Wissenschaftler wird eine Erwärmung bis zum Jahre 2100 von 2,56 Grad Celsius gegenüber dem Jahre 1860 erreicht. Da im Jahre 2025 gegenüber dem Basisjahr 1860 bereits eine Erwärmung von 1,45 Grad Celsius festgestellt wurde, geht das mittlere und wahrscheinlichste Szenario von nur noch einer Erwärmung um 1,1 Grad bis zum Jahre 2100 aus.
Mit anderen Worten: Der zuvor verkündete Klimanotstand wurde abgesagt.
Unsere Fragen dazu:
1. Welche Beschlüsse wurden bisher vom Kreistag Lüneburg direkt oder indirekt auf Basis der Berichte AR5/AR6 bzw. dem Szenarium RCP 8.5 getroffen?
2. Für diese Beschlüsse hat sich die wissenschaftliche Grundlage nun erheblich geändert. Damit nach den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen keine unbegründeten bzw. unangemessenen Leistungen erbracht und finanziert werden müssen:
Für welche dieser Beschlüsse empfiehlt die Verwaltung unseres LK daher eine Neubetrachtung?
Stellungnahme der Verwaltung vom 03.06.2026:
Zu dem angeführten Sachverhalt weist die Verwaltung darauf hin, dass der in der Anfrage genannte Autor Prof. Van Vuuren in Bezug auf die Inhalte des erwähnten Artikels (Van Vuuren et. al. 2026) Folgendes betont: "It doesn't mean that people have overexaggerated climate change." (Van Vuuren in: AFP 19.05.2026). Eine solche Interpretation sei "completely incorrect" (ebd.). Als positives Zeugnis des Ausbaus erneuerbarer Energien schlagen die Autoren in dem Artikel für den nächsten offiziellen IPCC-Bericht 2029 eine Anpassung des bereits als "low probability-Szenario" eingestuften Worst-Case-Szenarios vor. Gleichzeitig stellen sie fest, dass auch eine Einhaltung des Best-Case-Szenarios von 1,5 Grad nicht mehr plausibel sei. Van Vuuren schlussfolgert: "[The article] doesn't mean at all that we have made a lot of progress with respect to climate change." (ebd.)
1. Keiner der Klimaschutz-Beschlüsse des Kreistags Lüneburg basiert auf dem genannten Worst-Case-Szenario RCP 8.5. Der Hintergrund der Beschlüsse ist nicht treffend damit beschrieben, nur den schlimmsten anzunehmenden Fall abwenden zu wollen. Vielmehr ist es das Ziel dazu beizutragen, die Klimawandelfolgen auf ein möglichst erträgliches Maß zu begrenzen. Die Klimaschutzarbeit des Landkreises Lüneburg beruht auf folgender, unveränderter wissenschaftlicher Erkenntnis (hier durch den IPCC beschrieben): "Climate change is a threat to human well-being and planetary health (very high confidence). There is a rapidly closing window of opportunity to secure a liveable and sustainable future for all (very high confidence)." (IPCC 2023: 24). "Risks and projected adverse impacts and related losses and damages from climate change escalate with every increment of global warming (very high confidence)." (ebd.: 14).
2. Die Verwaltung bewertet vor dem genannten wissenschaftlichen Hintergrund keinen Beschluss im Bereich Klimaschutz und Klimafolgenanpassung als unbegründet oder unangemessen.
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Quellen:
AFP (19.05.2026): Lost in Trump's climate boast: best-case scenario abandoned.https://www.france24.com/en/live-news/20260519-lost-in-trump-s-climate-boast-best-case-scenario-abandoned
IPCC (2023): Summary for Policymakers. In: Climate Change 2023: Synthesis Report. Contribution of Working Groups I, II and III to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Geneva, Switzerland, pp. 1-34, doi: 10.59327/IPCC/AR6-9789291691647.001 https://www.ipcc.ch/report/ar6/syr/downloads/report/IPCC_AR6_SYR_SPM.pdf
Van Vuuren et. al. (2026): The Scenario Model Intercomparison Project for CMIP7 (ScenarioMIP-CMIP7), Geosci. Model Dev., 19, 2627–2656. https://doi.org/10.5194/gmd-19-2627-2026









