Demokratie leben!
Die Kreisverwaltung nimmt am Bundesprogramm ‚Demokratie leben!‘ teil und setzt seit Januar 2025 die "Partnerschaft für Demokratie" (PfD) im Landkreis um. Über die Partnerschaften für Demokratie werden zivilgesellschaftlich und demokratisch aktive Menschen und Organisationen, die sich in ihrem kommunalen Umfeld für die Demokratie engagieren, gestärkt.
So unterstützt der Landkreis Projekte und Strukturen, die sich für ein respektvolles Zusammenleben, gegen Rechtsextremismus und für eine lebendige Demokratie einsetzen. Das Antragsformular ist hier und im Bereich Downloads aufrufbar. Das ausgefüllte Formular schicken Sie gerne an pfd-landkreis-lueneburg@lawaetz.de.
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Kooperation mit der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung
Die Umsetzung der PfD erfolgt in Kooperation mit der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung, die als externe Koordinierungs- und Fachstelle für den Landkreis fungiert. Gemeinsam betreuen Dominique Haas und Dominique Hippeli das Projekt für die Kreisverwaltung. Zu den förderfähigen Projekten zählen unter anderem Workshops für Schulen, Dialogveranstaltungen mit Bürgerinnen und Bürgern sowie die Förderung lokaler Initiativen, die sich für Demokratie und gegen Diskriminierung einsetzen.
Die PfD lädt einmal im Jahr alle Interessierten im Landkreis zu einer Demokratiekonferenz ein. Dieses Arbeits- und Vernetzungstreffen dient dazu, sich gemeinsam über die Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten im Landkreis auszutauschen.

FAQ
Wie ist eine PfD aufgebaut?
Federführendes Amt
Für den Landkreis Lüneburg übernimmt da Bildungs- und Integrationsbüro die Rolle des Federführenden Amts. Das Federführende Amt setzt die konkreten Ziele der jeweiligen Partnerschaft für Demokratie in Verwaltungshandeln um.
Koordinierungs- und Fachstelle
Für den Landkreis übernimmt die gemeinnützige Johann Daniel Lawaetz-Stiftung die Rolle der Koordinierungsstelle. Federführendes Amt und Koordinierungs- und Fachstelle berufen gemeinsam ein Bündnis und ein Jugendforum ein. Zu den Aufgaben der Koordinierungs- und Fachstelle gehört vor allem die Gesamtkoordinierung unter Zusammenarbeit mit dem Federführenden Amt, dem Bündnis, dem Jugendforum und weiteren Akteurinnen und Akteuren. Die Koordinierungs- und Fachstelle übernimmt die inhaltliche-fachliche Beratung von Interessierten, die Projekte umsetzen (wollen), und begleitet diese. Die Koordinierungs- und Fachstelle ist zuständig für die Öffentlichkeits- und lokale Vernetzungsarbeit.
Bündnis
Das zentrale Gremium einer Partnerschaft für Demokratie stellt das Bündnis das. Das Bündnis setzt sich aus Akteur:innen der Zivilgesellschaft (wie beispielsweise Sportvereinen, Kirchen, Jugendverbände. Freiwillige Feuerwehr oder Kultur- und Bildungseinrichtungen) und der Verwaltung zusammen. Es wirkt an der strategischen Planung und Organisation der Partnerschaft für Demokratie mit. Das Bündnis ist an der Entscheidung über Förderempfehlungen von Projektanträgen aus der Zivilgesellschaft beteiligt.
Jugendforum
Zur Stärkung der Beteiligung von jungen Menschen sollen lokale und regionale Jugendgremien gestärkt werden. Hierfür werden entsprechende Fördermittel zur Verfügung gestellt.
Welche Ziele hat die PfD im Landkreis?
Die PfD ermöglicht und stärkt demokratische Selbstwirksamkeit, indem sie gemeinsam mit den Zielgruppen teilhabeorientierte Maßnahmen und innovative Formate entwickelt, die das Erleben von demokratischer Selbstwirksamkeit im unmittelbaren Lebensumfeld ermöglichen.
Die PfD erweitert demokratische Bündnisse, indem sie Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Bündnispartnerinnen und Bündnispartner gewinnen und die Zusammenarbeit mit relevanten Institutionen und Organisationen suchen mit dem Ziel, eine breite lokale Verantwortungsgemeinschaft zu schaffen.
Die Akteurinnen und Akteure der Partnerschaften für Demokratie erhalten Handlungssicherheit mit lokalen Herausforderungen, etwa im Umgang mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Akteurinnen und Akteuren.
Die PfD stärkt die Kompetenzen zur Konfliktbearbeitung, zum Beispiel über Weiterbildung und Vernetzung.
Welche Projekte wurden 2025 gefördert?
Über 10 Projekte von Schulen, Bildungs- und Kultureinrichtungen konnten 2025 gefördert werden:
Hanseschule Oedeme – Konfliktlots:innen
An der Hanseschule Oedeme werden jährlich Schüler:innen der 9. Klassen zu Konfliktlots:innen ausgebildet, die in Pausen als Ansprechpersonen bei Streitigkeiten vermitteln. Ziel einer neuen 4-stündigen Fortbildung ist es, die Konfliktlots:innen für interkulturelle Kompetenz und den Umgang mit rassistischem oder ausgrenzendem Gedankengut zu sensibilisieren, um Konflikte weniger pauschal, sondern individueller zu betrachten.
In der Schulung wird der Kulturbegriff hinterfragt, die Gefahr von Stereotypen und Diskriminierung thematisiert und durch theoretische Inputs sowie praktische Übungen eine reflektierte Haltung vermittelt. Dabei geht es auch um den Umgang mit eigenen Grenzen und die Stärkung der kulturellen Kompetenz, um Konflikte besser zu verstehen und zu lösen. Am Ende wird der praktische Umgang mit realitätsnahen Konfliktsituationen geübt.
IGS Embsen - Weiße Tränen: Theater gegen Rassismus und Diskriminierung
Die 8. Klasse der IGS Embsen wollte mit einem selbst entwickelten Theaterstück über Alltagsrassismus dem wachsenden Rechtsruck und der zunehmenden Diskriminierung in der Gesellschaft entgegenwirken. Das Stück wurde beim Weltkinder-Theater-Fest und im mosaique in Lüneburg aufgeführt.
Für die Umsetzung suchte sich die Klasse zwei Projektbegleiter:innen: eine Person, die das Stück kritisch und sensibel aus der Schwarzen/BiPoC-Perspektive begleitet, und eine theaterpädagogische Fachkraft. Um die Finanzierung der theaterpädagogischen Unterstützung zu sichern, sucht die Klasse nach Fördermöglichkeiten und Unterstützung.
Fachschule Sozialpädagogik - Guten Morgen, Abendland! Europa ist mehr
Basierend auf einem historischen Diversity-Planspiel zum Osmanischen Reich, das Demokratie- und Diversity-Kompetenz stärkt und den Umgang mit Machtunterschieden thematisiert, übertragen die 15-20 Schüler:innen die Erkenntnisse auf die heutige Gesellschaft und erarbeiten in einem 1,5-tägigen Seminar – mit Workshops, Spielen und erlebnispädagogischen Aktivitäten – wie ein diskriminierungsfreies Miteinander gefördert werden kann.
Dabei stehen Themen wie Gleichberechtigung, Identität und gewaltfreie Kommunikation im Mittelpunkt. Die Schüler:innen, die sich im letzten Ausbildungsjahr befinden, sollen als Team zusammenwachsen und ihre Kompetenzen für die zukünftige pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ausbauen. Am Ende wird konkret erarbeitet, wie demokratisches Verhalten und Partizipation in der Praxis umgesetzt werden können.
Lawaetz-Stiftung – Theaterstück Hermine Katz
In Zusammenarbeit mit der Initiative „Omas gegen Rechts“ wurde das Theaterstück „Hermine Katz und das ungeheure Wissen der Dachböden“ für Schüler:innen ab der 7. Klasse an der BBS3 und der IGS Embsen angeboten. Das Theaterstück thematisiert die Auslöschung einer jüdischen Familie in Lüchow während der NS-Zeit eindringlich. Die Solo-Theateraufführung der „Freien Bühne Wendland“ macht die schleichende Entmenschlichung sinnlich erfahrbar und wird durch ein anschließendes Gespräch mit der Schauspielerin und auf Wunsch mit Vertreterinnen der „Omas gegen Rechts“ vertieft.
Zusätzlich konnten Schüler:innen der Initiative „ASgR“ (An Schulen gegen Rechtsextremismus) die Aufführungen begleiten und bei der Nachbesprechung unterstützen. Ergänzend wird auf die Angebote der kooperierenden Geschichtswerkstatt Lüneburg hingewiesen.
Realschule Bleckede - Gedenkstätte Neuengamme
Der 9. Jahrgang der Realschule Bleckede führte im Juni eine Exkursion zur Gedenkstätte Neuengamme durch. Gefördert wurde die Fahrt der 50 Schüler:innen.
Ziel der Exkursion war es, die Auseinandersetzung der Schüler:innen mit der Geschichte des Nationalsozialismus zu vertiefen und die Sensibilisierung für Themen wie Menschenrechte und Zivilcourage zu fördern. Der Besuch soll dazu beitragen, die Jugendlichen für die Bedeutung eines demokratischen und toleranten Miteinanders zu stärken. Selbstverständlich wird das Projekt in der Schule gründlich vor- und nachbereitet. Eine Projektpräsentation wird nach der Umsetzung veröffentlicht.
Grundschule Amelinghausen - Willkommen im WIR
Das Projekt „Willkommen im WIR“ setzt an der Grundschule Amelinghausen eigens entwickelte Mini-Dramen ein, um bei Kindern demokratische Werte und soziale Kompetenzen wie Empathie, Teamarbeit und Kommunikation zu stärken. Im September 2025 fanden 16 theaterpädagogische Module statt, in denen über 80 Schüler:innen in vier Gruppen durch interaktive Szenen an Konflikte und Entscheidungsdilemmata herangeführt werden.
Anders als im klassischen Theater wird die Handlung an kritischen Stellen unterbrochen: Die Kinder analysieren gemeinsam das Problem, entwickeln Lösungsvorschläge und probieren diese direkt aus, indem sie selbst in die Szenen eingreifen. So erleben sie demokratisches Handeln und Konfliktlösung aktiv und praxisnah.
Theater in der Elbtalaue gUG - Ein Begegnungsort für Bleckede
Das Projekt förderte die direkte Bürgerbeteiligung: Bei zwei öffentlichen Veranstaltungen der Reihe „Das rote Sofa“ – in Kooperation mit lokalen Partnern – brachten sich Zuschauer:innen nach kurzen Impulsen aktiv in die Diskussion ein. Die Kindergruppe setzte das Format „Das kleine rote Sofa“ erfolgreich um und traf sich zweimal zur Vorbereitung.
Die Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung Bleckede verlief so gut, dass eine Fortführung des Projekts geplant ist. Durch die Einbindung lokaler Ehrenamtlicher ist das Format nun fest in der Region verankert.
Bleckede blüht Bunt - Bleckeder Begegnungsfest
Im August fand das Bleckeder Begegnungsfest statt. Ziel war die Begegnung der in und um Bleckede lebenden Menschen, gemeinsames Kennenlernen und Austausch zum Thema kulturelle Vielfalt (Musik, Tanz, Lesung, Essen ...). An den Infoständen konnten sich die Besucherinnen und Besucher über Demokratie fördernde Angebote informieren und mit den in Bleckede vertretenen demokratischen Initiativen, Schulen, Kindergärten, Verbänden, Sportvereinen, Kirchen und den vielen ehrenamtlich Engagierten in den Austausch treten.
Lawaetz-Stiftung – Theaterstück Hermine Katz an der BBS3
In Zusammenarbeit mit der Initiative „Omas gegen Rechts“ wurde das Theaterstück „Hermine Katz und das ungeheure Wissen der Dachböden“ für Schüler:innen ab der 7. Klasse an der BBS3 angeboten. Das Theaterstück thematisiert die Auslöschung einer jüdischen Familie in Lüchow während der NS-Zeit eindringlich. Die Solo-Theateraufführung der „Freien Bühne Wendland“ macht die schleichende Entmenschlichung sinnlich erfahrbar und wird durch ein anschließendes Gespräch mit der Schauspielerin und auf Wunsch mit Vertreterinnen der „Omas gegen Rechts“ vertieft.
Zusätzlich konnten Schüler:innen der Initiative „ASgR“ (An Schulen gegen Rechtsextremismus) die Aufführungen begleiten und bei der Nachbesprechung unterstützen. Ergänzend wird auf die Angebote der kooperierenden Geschichtswerkstatt Lüneburg hingewiesen.
Oberschule Scharnebeck - Demokratiebildung-Perspektiven hören, Rassismus Verstehen
In Kooperation mit dem theaterpädagogischen Zentrum Lüneburg hinterfragen ca. 80 Schüler:innen im Projekt „Radikale Hoffnung“ durch theaterpädagogische Workshops eigene Denkmuster, Perspektiven und gesellschaftliche Positionen – besonders vor dem Hintergrund der NS-Zeit. Dabei geht es um die Rolle des Einzelnen in gewalttätigen Systemen und die Auswirkungen auf das individuelle Leben, erlebt durch spielerische Selbsterfahrung und das Einnehmen neuer Rollen.
Die Ergebnisse der Prozesse werden öffentlich zugänglich gemacht, während die Schule die weitere Aufarbeitung übernimmt. Die Mittel fließen in Honorarkosten für die Durchführung.
VHS Region Lüneburg - Mit Zugewanderten Demokratie leben! Besuch im Landtag Hannover
Mit den beantragten Mitteln sollen Reisekosten für zwei Besuche im Landtag Hannover für zugewanderte Erwachsene aus Deutsch-Integrationskursen der VHS Lüneburg sowie deren
Begleitpersonen – darunter Kursleitende und Integrationsmitarbeitende, teilweise mit eigener Migrationsgeschichte – co-finanziert werden. Die Besuche am 27.10. und 3.11. umfassen Führungen durch Fraktionsräume, Plenarsaal und einen Austausch mit Abgeordneten demokratischer Parteien.Besonderer Wert wird auf leichte Sprache gelegt, um die Teilhabe aller zu ermöglichen. Die Besuche werden gemeinsam mit den Kursleitungen vorbereitet und nachbereitet.
Lawaetz-Stiftung - Infoveranstaltung "Die Letzten von gestern"
Die öffentliche Infoveranstaltung zum Thema „Die Letzten von gestern. Völkische Sippenverbände in der Region“ war gut besucht. Im Mittelpunkt stand die Information über die regionale Situation sowie der Austausch mit den Teilnehmenden.
Der Vortrag beleuchtete insbesondere völkische Siedler:innen und deren Vernetzung in andere extrem rechte Bewegungen – mit einem Fokus auf aktuelle Entwicklungen in der Region. Im Anschluss gab es Gelegenheit für Fragen und Diskussionen. Die Veranstaltung wurde über die Kontakte des Wohnprojekte in der Region bekannt gemacht. Die Resonanz war positiv, sodass die Idee entstand, das Format auch an weiteren Orten anzubieten, um bestehende Netzwerke zu stärken und auszuweiten.
Was ist das Bundesprogramm "Demokratie leben!"?
Das Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) ist im Januar 2025 in seine 3. Förderperiode (2025 bis 2032) gestartet. Mit dem Programm fördert das BMBFSFJ zivilgesellschaftliches Engagement auf allen Ebenen des Staates für ein vielfältiges und demokratisches Miteinander sowie die Arbeit gegen Radikalisierungen und Polarisierungen in der Gesellschaft.
Mehr Informationen finden Sie hier.
Welche weiteren Fördermöglichkeiten gibt es?
Neben der PfD im Landkreis Lüneburg können über das Projekt NDS Hoch 2 fortlaufend diskriminierungskritische Projekte in Schulen gefördert werden.
Außerdem fördert das niedersächische Kultusministerium Projekte zur Förderung von demokratischer Beteiligung von Schülerinnen und Schülern (s. Downloads).
Zivilgesellschaftliche Projekte, z. B.zu den Themen Rechtextremismus, Rassismus oder Antisemitismus können über die Amadeu-Antonio-Stiftung gefördert werden.
Die "Mikroförderung: Unterstützung für Engagement vor Ort in Niedersachsen" der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Niedersachsen e. V. (LAGFA) fördert Ehrenamt und Zivilgesellschaft.
Kontakt-Möglichkeiten
Persönlich
Infothek
Am Graalwall 4, Gebäude 4 (gegenüber der Parkpalette "Am Rathaus")
21335 Lüneburg
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