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Billerbeck

Seit dem Sommer 2011 kann sich der Bach auf vier Hektar Fläche frei entfalten. Er bietet dort Pflanzen und Tieren neuen Lebensraum. Vorher diente der begradigte Bach lange Zeit als Abwassergraben.

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Landkreis Lüneburg
Umwelt
Michael Loch
Untere Wasserbehörde -Fachgebietsleitung
+49 4131 26 - 1264+49 4131 26 - 2264E-Mail senden

Neugestaltung des Gewässerlaufs

Der Landkreis Lüneburg hat am westlichen Ortsausgang Melbeck umfangreiche Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung durchgeführt. Teile der Billerbeck haben dadurch eine völlig neue Gewässerstruktur erhalten. Die Neugestaltung des Gewässerlaufs hat die Länge der Billerbeck im betroffenen Abschnitt mehr als verdoppelt: Der Bach hat ein rund 200 Meter langes, durchgängiges Bett bekommen. Jetzt können sich Bachforellen, Neunaugen, Groppen und andere Fische in der Billerbeck frei bewegen. Schnell fließende und langsamere Abschnitte wechseln sich ab. Somit finden nun unterschiedliche Arten ihren Platz zum Leben und Laichen. Rund um die Billerbeck ist ein vielfältiger Lebensraum entstanden.

Kooperative Grundeigentümer

Zuvor war es notwendig, Gewässerränder und eine schwierig zu nutzende Ackerfläche zu sichern. Dank der sehr kooperativen Grundeigentümer stehen nun 3 Hektar für diverse Maßnahmen zur Schaffung und Entwicklung von aue-spezifischen Biotoptypen zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgte zum Teil aus dem Gewässerrandstreifenprogramm (2009) und aktuell aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für den ländlichen Raum (ELER, Förderprogramm PROFIL).

Gewässertyp „Wiesenbach“ als Leitbild

Da der neue Bachlauf zunächst erhebliche Erosionsfrachten mobilisiert, wurden zwei Sandfänge eingerichtet, die in den nächsten Jahren „zusedimentieren“ und Teil des natürlichen Gewässerlaufes werden sollen. Leitbild für die Dimensionierung des Bachbettes ist der Gewässertyp „Wiesenbach“ wie in historischen Landkarten dargestellt. Für das Mündungsgewässer der Billerbeck, dem Barstedt-Melbecker-Mühlenbach, ist eine seitliche Hochwasser-Entlastungsrinne geschaffen worden. Nördlich der neuen Billerbeck entstand eine mehrere 1.000m² große Wasserfläche mit strukturreichen Uferabschnitten sowie unterschiedlichen Wassertiefen. Dieses Gewässer nimmt zum Teil auch Oberflächenwasser aus den Straßengräben auf, die früher direkt in die Billerbeck geflossen sind. Kleine „Krötentümpel“ und Kleinstgewässer sind weitere Strukturelemente der Auelandschaft. An zwei Stellen werden gut 1 ha große neue Auwald- bzw. Bruchwaldbereiche initiiert.

Bodenanalysen

Zum Teil soll der Wald in periodisch überfluteten Flächen wachsen. Spannend wird die Sukzession in den nassen, durch die Baumaschinen zerkuhlten Bereichen zu beobachten sein. In den weiteren Geländeabschnitten soll sich artenreiches Grünland entwickeln, eine zumindest einmalige Spätmahd ist aber hier notwendig. Die zuvor durchgeführten Bodenanalysen erbrachten im Oberboden leicht saure, in tieferen Bodenschichten – bemerkenswert! – leicht basische Verhältnisse. Mit Hilfe des gelösten Bodenmaterials entstand eine neue Talrand-Terrasse. Sie bietet einen guten Überblick über das Gelände, so dass auch dem „Natur erleben“ Rechnung getragen wird. Ein Rundweg um das Stillgewässer ist nicht geplant. Schon im Vorfeld gab es Informationsveranstaltungen für die Anwohnerinnen und Anwohner und die örtliche Presse berichtete mehrfach. Das Interesse zeigt, dass hier etwas Nachhaltiges geschaffen wird: Für den Menschen, aber besonders für Natur und Landschaft in einem Teilabschnitt von Billerbeck und Barnstedt-Melbecker Bach.

Förderungen und finanzielle Beteiligungen von Landkreis Lüneburg und Land Niedersachsen

Die Förderrichtlinie „Natur- und Landschaftsentwicklung“ greift für Naturschutzgebiete und für Natura 2000-Gebiete – genau diese liegen hier vor. Auch das Land Niedersachsen und der Landkreis selbst beteiligen sich an den Kosten. Kernstück der Maßnahme ist die Schaffung naturnaher, eigendynamischer Fließgewässer. Hierzu wurde auf 6 bis 12 m Breite eine „Sekundäraue“ hergestellt, indem der humose Ackerboden entfernt wurde. Hierin eingebettet fließt mäandrierend die neue Billerbeck. Teilweise sind Hartsubstratstrecken integriert, diese weisen eine spezielle Sieblinie mit Korngrößen von 3 bis 450 mm auf. Etwa 55.000 Euro hat der Landkreis Lüneburg seit 2009 in das Projekt investiert, davon stammen 36.000 Euro aus EU-Fördermitteln und 12.000 Euro vom Land.

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