Artenschutz am Haus und im Garten
Wir Menschen sind umgeben von vielen verschiedenen Tierarten. Diese vielfältigen Arten kann man oft ohne großen Aufwand unterstützen, beispielsweise indem man ihnen im Garten einen lebenswerten Raum bietet. Bei einem Neubau, einer Gebäudesanierung oder der Gartenumgestaltung kann Tieren durch die frühzeitige Berücksichtigung des Artenschutzes geholfen werden.
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Artgerechte Gestaltung
Für den Schutz der Tier- und Pflanzenwelt finden Sie hier artenfreundliche Gestaltungstipps für den Garten, sowie Informationen wie Sie die Tiere bei Bauvorhaben mit einbeziehen und unterstützen können.

Wie Sie Tieren helfen können
Gartengestaltung
Um einen erholsamen Garten für Sie und verschiedene Arten zu schaffen, muss dieser nicht perfekt aufgeräumt oder ordentlich sein. Für viele Tier- und Pflanzenarten ist es sogar von Vorteil, wenn beispielsweise erst spät gemäht wird oder das ein oder andere Unkraut bestehen bleibt. So können Pflanzenarten zur Blüte kommen, was den Insekten zugutekommt.
Um noch mehr Insekten und Tierarten eine Nahrungsquelle zu bieten, können Sie auch einen Teil ihrer Rasenfläche als Blumenwiese gestalten. Diese sieht nicht nur schön aus, sondern bietet vielen Insekten zusätzlich einen Lebensraum. Achten Sie dabei darauf, regionales Saatgut zu verwenden. Auch die Pflanzung von Gehölzen bietet vielen Insekten und anderen Tieren einen Lebensraum. Einheimische Bäume bieten dabei über 200 Insekten- und bis zu 30 Vogelarten einen Lebensraum, wohingegen eingeführte Bäume bedeutend weniger Lebensraum bieten. Deshalb empfiehlt sich auch hier, heimische Gehölze vorzuziehen.
Des weiteren können Sie einen Gartenteich anlegen, der vor allem für Wasser gebundene Tier- und Pflanzenarten hilfreich ist. Ebenso können Sie eine Trocken- oder Natursteinmauer errichten. Diese bietet auch eine schöne, artenfreundliche Alternative zu einem einfachen Gartenzaun. Anstatt einer Steinmauer können Sie auch eine Hecke Pflanzen, welche den Tieren einen weiteren Lebensraum, einen Unterschlupf oder Nahrung bietet. Bereits vorhandene Hecken und Bäume sollten im besten Fall einfach bestehen bleiben. Sollten Sie dennoch überlegen, Bäume zu fällen oder eine Hecke radikal zurückzuschneiden, beachten Sie die Brut und Setzzeit (01.04.-15.07.), in der dies nach Bundesnaturschutzgesetz verboten ist.
Infos zur Gestaltung eines naturnahen Gartens
Vögel
Durch den Neu- oder Umbau Ihres Hauses haben Sie die Chance zahlreichen Vogelarten eine Nistmöglichkeit zu bieten. Bei einer Haussanierung empfiehlt sich zunächst, bereits bestehende Lebensräume der Vögel, beispielsweise Hohlräume zu überprüfen und zu erhalten. Trotz einer Sanierung ist es oft möglich genutzte Nischen und Hohlräume für Vögel zugänglich zu lassen. Bei einem Neu- oder Anbau lassen sich durch Dach- und Mauervorsprünge neue Zugänge und Nistmöglichkeiten für Vögel schaffen. Das Einbringen von Niststeinen ist eine weitere Möglichkeit einen Nistplatz zu schaffen.
Neben der Beachtung der oben genannten Hinweise bei Baumaßnahmen können Sie viele Vogelarten auch durch das Anbieten von Nistkästen unterstützen. Diese lassen sich recht einfach selber bauen, was sich empfiehlt, zumal Nistkästen aus dem Handel oft nur von bestimmten Vogelarten angenommen werden.
Säugetiere
Neben den zahlreichen Vogelarten gibt es am Haus und im Garten auch eine Reihe an Säugetieren, die sich über eine Behausung freuen, beispielsweise Fledermäuse, Igel oder Eichhörnchen.
Fledermäuse
Fledermäuse stellen je nach Art unterschiedliche Ansprüche an ihre Umgebung und ihr Nahrungsangebot. Sie als Bauherrin und Bauherr können deshalb nicht jedem Fledermausanspruch gerecht werden. Wenn Sie jedoch in Ihrer Umgebung einen kleinen Teich mit Insektenschwärmen haben, bietet dies schon eine gute Ausgangsmöglichkeit dafür, dass sich die Fledermäuse bei Ihnen wohl fühlen und Nahrung finden.
Fledermäuse wohnen über das Jahr verteilt in unterschiedlichen Quartieren. In der Regel besitzen sie ein Sommer- und ein Winterquartier. Das Sommerquartier, in welchem oft die Jungen großgezogen werden, benötigt viel Wärme. Dachböden werden von Fledermäusen oft als solches Quartier benutzt. Winterquartiere hingegen sind meist Höhlen, tiefe Spalten in Mauern oder Bäumen, aber auch Keller. Die Quartiere müssen Frost- und Zugluftfrei sein und die Fledermäuse gut schützen, da sie dort überwintern und jegliche Störung den Tieren viel Energie kostet.
Um zu Ihren Quartieren zu gelangen, benötigen Fledermäuse geeignete Zugänge und Öffnungen. Sie können beispielsweise darauf achten, dass Ihr Dachboden für Fledermäuse zugänglich ist. Ebenso können Sie Nistkästen anbringen, welche speziell für Fledermäuse geeignet sind und ihnen so am Gebäude oder rund um das Gebäude Möglichkeiten zum Verstecken bieten.
Igel
Ein strukturreicher und naturnah gestalteter Garten ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz ist für Igel der ideale Lebensraum. Hier finden sie Nahrung, Unterschlupf und Nester. Im Sommer bewohnen Igel mehrere Nester, im Winter brauchen sie gut isolierte, regen- und schneedichte Nester, zum Beispiel unter Hecken, in Hohlräumen unter Garagen oder Holzstapeln. Es ist als Bauherrin und Bauherr also relativ einfach den vom Bundesnaturschutzgesetz geschützten Tier einen Lebensraum zu bieten.
Zusätzlich helfen den Igel flache Wasserschalen, welche gerade im Sommer als rettende Trinkwasserquelle dienen können. Es sollte außerdem darauf geachtet werden, Mähroboter nur Tagsüber fahren zu lassen, da der Igel und viele weiter Tiere in den Abend- und Nachtstunden nach Nahrung suchen. Igel sind dabei besonders gefährdet von Mährobotern, da sie bei Gefahren nicht davonrennen, sondern sich zusammenrollen.
Insekten
Um den Insekten eine ideale Umgebung zu bieten, brauchen sie Futterpflanzen, die Pollen und Nektar spenden sowie die Larven versorgen, Versteckmöglichkeiten gegen Wind und Wetter, Nistplätze und Gartenteiche für wasserlebende Insekten.
Ebenso unterstützen sie Insekten durch ein vielfältiges Pflanzenvorkommen. Die Pflanzen sollten möglichst die gesamte Vegetationsperiode blühen, also von den Frühblühern im Frühling bis zum Herbst. Ebenfalls sollten Sie auf heimische Arten zurückgreifen. Verzichten Sie auf chemischen Dünger und Pflanzenschutzmittel.
Ein weiterer wichtiger Punkt im Garten ist die Beleuchtung. Vor allem nachtaktive Insekten werden vom Licht angezogen, verlieren dadurch die Orientierung und können vor Erschöpfung sterben. Um dies zu vermeiden können Sie ihre Lichtquellen nach unten ausrichten, Bewegungsmelder installieren, sodass sich das Licht ausschaltet oder spezielle Insektenschutzlampen verwenden.


