Mehr Raum und Artenvielfalt für die Ilmenau
Südlich von Deutsch Evern haben der Landkreis Lüneburg und der „Gewässer- und Landschaftspflegeverband Mittlere und Obere Ilmenau“ die Ilmenau erfolgreich renaturiert. Ziel der gemeinsamen Naturschutz- und Gewässerentwicklungsmaßnahme war es, die natürlichen Prozesse der Ilmenau zu fördern, die angrenzenden Auenflächen wieder stärker an das Gewässer anzubinden und damit weitere wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen.
Die Arbeiten fanden im Naturschutzgebiet „Lüneburger Ilmenauniederung mit Tiergarten“ auf einer kreiseigenen Fläche statt, die der Landkreis gezielt für Naturschutzzwecke erworben hat. An mehreren Stellen wurden deutlich erhöht Uferbereiche teilweise abgeflacht. Dadurch kann die Ilmenau bei höheren Wasserständen künftig wieder leichter in die angrenzenden Flächen ausufern. Die sogenannte natürliche Überflutungsdynamik wird so unterstützt und die Ilmenauniederung kann ihre wichtige Funktion als Auen- und Feuchtlebensraum besser erfüllen.
Ein weiterer Teil der Arbeiten betraf einen durch Erosion stark geschädigten Uferabschnitt. Der Bereich wurde, obwohl nicht erlaubt, als Badestelle genutzt und hat dadurch an Stabilität verloren. Das Ufer wurde hier wiederhergestellt und gesichert. Gleichzeitig wurde der Bereich naturnäher gestaltet. Das Betreten des Bereichs ist auch weiterhin nicht zulässig. Der Landkreis bittet Besucherinnen und Besucher daher, die Uferbereiche zu meiden und die neu geschaffenen Lebensräume ungestört zu lassen.
Das Landschaftsbild wird sich in den kommenden Monaten und Jahren noch deutlich verändern. Auf den neu gestalteten Flächen befindet sich derzeit teilweise noch offener Boden, sodass die Bereiche zunächst weiterhin den Charakter einer Baustelle haben. Die natürliche Begrünung und die Entwicklung der vorgesehenen Vegetation werden erst nach und nach einsetzen.
Mit der Zeit sollen sich auf den Flächen artenreiche Hochstaudenfluren entwickeln. Sie werden die bislang vorherrschenden, vergleichsweise artenarmen Gras- und Brennnesselbestände ersetzen. Hochstaudenfluren bieten zahlreichen Insekten und anderen Tierarten Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten und tragen damit zur Förderung der biologischen Vielfalt bei.
Das Vorhaben wird mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen über den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) unterstützt. Die Förderung beträgt bis zu 17.850 Euro.
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