Für gezielte Hilfe bei Stromausfall oder Katastrophen: Kreisverwaltung startet Online-Abfrage zu strombetriebenen Lebensunterstützungsgeräten
Großflächige Stromausfälle oder überregionale Blackouts sind zum Glück in Deutschland selten. Und doch kommt es vor, dass Haushalte über Stunden oder gar Tage ohne Elektrizität auskommen müssen. Vielen dürften noch die Folgen eines Anschlags auf das Berliner Stromnetz Anfang des Jahres in Erinnerung sein, woraufhin etwa 45.000 Haushalte und mehr als 2.000 Betriebe im Südwesten der Hauptstadt tagelang buchstäblich im Dunkeln saßen.
Besonders gefährdet sind dann ältere oder pflegebedürftige Menschen, die in ihrem Zuhause auf Heimbeatmungsgeräte oder elektronische Herzunterstützungssysteme wie Katheterpumpen angewiesen sind. Diese Geräte kommen immer häufiger auch außerhalb von Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen zum Einsatz. Weil diese Personengruppen bei Stromausfällen oder Großschadenslagen besonders gefährdet sind, bereitet sich der Landkreis Lüneburg auf solche Notfälle vor. Damit Rettungs- und Hilfskräfte gezielt handeln können, ruft der Fachdienst Bevölkerungsschutz Betroffene, deren Angehörige und sonstige Beteiligte wie ambulante Pflegedienste auf, sogenannte strombetriebene Lebensunterstützungsgeräte per Online-Abfrage zu melden.
„In Deutschland gibt es kein zentrales Register mit den Daten von Menschen mit Lebensunterstützungssystemen. Weder gibt es eine gesetzliche Grundlage dafür, noch sind Krankenkassen und Pflegedienste verpflichtet, entsprechende Patientendaten an die Katastrophen- und Bevölkerungsschutzbehörden zu melden. Deshalb fragen wir die Daten nun selbst ab, die wir natürlich datenschutzkonform behandeln“, sagt Sascha Westermann, Fachdienstleiter Bevölkerungsschutz beim Landkreis Lüneburg.
Die für den Notfall erforderlichen Daten können über ein Online-Formular auf der Webseite www.landkreis-lueneburg.de/lug-abfrage gemeldet werden. Dazu gehören beispielsweise Kontakt- und Adressdaten der Patientinnen und Patienten, Informationen zur Pflegesituation und zur Art der strombetriebenen Lebensunterstützungsgeräte. Bei Bedarf lassen sich die Daten auf der Seite auch aktualisieren. „Alle Betroffenen sowie ihre Unterstützerinnen und Unterstützer bitten wir, von dieser Möglichkeit im eigenen Interesse Gebrauch zu machen. Damit leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur eigenen Sicherheit und zur Vorsorge im Bevölkerungsschutz“, so Westermann.
Darüber hinaus hat die Kreisverwaltung Informationen zur Selbsthilfe und wichtige Hinweise zum richtigen Handeln bei einem Stromausfall oder bei anderen Notfällen für Menschen mit lebensunterstützenden Geräten, Angehörige und ambulante Pflegedienste zusammengestellt. Diese finden sich unter www.landkreis-lueneburg.de/lug.
Weitere Informationen gibt es unter http://www.landkreis-lueneburg.de/bevoelkerungsschutz.
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