Mobile Retter unterstützen bei Herz-Kreislauf-Notfällen: Smartphone-basierte Alarmierung im Landkreis Lüneburg gestartet
Seit heute (Mittwoch, 11. Februar 2026) sind Mobile Retter auch im Kreisgebiet im Einsatz. Mit einem symbolischen Knopfdruck in der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle des Landkreises in Lüneburg schaltete Landrat Jens Böther das System frei, das die qualifizierten Ersthelferinnen und Ersthelfer alarmiert. Geht ein Notruf mit dem Verdacht auf Herz-Kreislauf-Stillstand oder Bewusstlosigkeit ein, erhalten die Ehrenamtlichen ein Signal auf ihr Smartphone, sofern sie sich in einem vordefinierten Umkreis befinden. Sie können dann lebensrettende Erste Hilfe leisten, bis der Rettungsdienst eintrifft. „Im Ernstfall zählt jede Sekunde. Ersthelferinnen und Ersthelfer können Leben retten und daher freue ich mich sehr, dass die App Mobile Retter bei uns im Landkreis Lüneburg zum Einsatz kommt. Das ist eine großartige Unterstützung des Rettungsdienstes“, so Landrat Böther.
Bereits zum Start engagieren sich 350 ausgebildete und registrierte Mobile Retter im Landkreis Lüneburg. „Unser Ziel ist es, die Rettungskette sinnvoll zu ergänzen, ohne in bestehende Strukturen einzugreifen. Dafür sind wir weiter auf der Suche nach Freiwilligen“, erklärt Palies Pantelmann. Sie koordiniert das Projekt Mobile Retter beim Landkreis Lüneburg. In den vergangenen Monaten hat sie mit allen Beteiligten des Rettungsdienstes im Kreisgebiet auf den Projektstart am 11. Februar, dem europäischen Tag des Notrufs, hingearbeitet. „Mitmachen kann, wer eine rettungsdienstliche oder medizinische Ausbildung hat, aus der Gesundheits- oder Krankenpflege kommt, Mitglied einer Hilfsorganisation oder zur betrieblichen Ersthilfe ausgebildet sowie mindestens 18 Jahre alt ist.“ Die Registrierung läuft über die App, die Ehrenamtlichen erhalten zudem ein Training.
Im Notfall erkennt dann das Leitstellensystem, ob ein Einsatz für die Mobilen Retter vorliegt. Nimmt ein Mobiler Retter in der Nähe den Einsatz an, erscheinen alle relevanten Informationen wie Einsatzort, Wegbeschreibung und Notfallart auf dem Smartphone. „Die Mobilen Retter schließen eine Lücke in der Notfallversorgung. Damit sorgen sie für noch mehr Sicherheit und Gesundheit in unserem Landkreis. Ich danke daher allen, die sich registrieren und Menschen in Not helfen möchten“, betont Landrat Böther.
Hintergrund:
In Deutschland erleiden nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums jedes Jahr 120.000 Menschen einen Herz-Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Lediglich elf Prozent von ihnen überleben, wobei die Wahrscheinlichkeit dafür mit jeder Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen um je zehn Prozent sinkt. In Niedersachsen ist der Rettungsdienst in 95 Prozent aller Notfälle innerhalb von 15 Minuten vor Ort. Mobile Retter können diese Lücke zwischen Alarmierung und Eintreffen verkürzen, denn statistisch gesehen befinden sich häufig qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer in der Nähe. Etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung erfüllen die notwendige Qualifikation durch ihren beruflichen Hintergrund oder ihr ehrenamtliches Engagement in einer Hilfsorganisation.
Aktuell gibt es bundesweit mehr als 23.600 Mobile Retter in 43 Landkreisen und kreisfreien Städten. Sie sind im Durchschnitt in 3:26 Minuten nach ihrer Alarmierung am Einsatzort.
Weitere Informationen finden Sie unter www.landkreis-lueneburg.de/mobileretter.
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