Shamonda-Virus im Landkreis Lüneburg nachgewiesen: Veterinäramt ruft Tierhalterinnen und Tierhalter zu erhöhter Wachsamkeit auf
Das Shamonda-Virus ist im Landkreis Lüneburg angekommen. Das Veterinäramt des Landkreises Lüneburg ruft insbesondere Halterinnen und Halter von Rindern, Schafen, Ziegen, Alpakas und Pferden dazu auf, ihre Tiere aufmerksam zu beobachten und bei entsprechenden Symptomen tierärztlichen Rat einzuholen. Im Kreisgebiet sind dem Veterinäramt erste Infektionsfälle in den Samtgemeinden Scharnebeck, Bardowick und Gellersen bekannt. Übertragen wird das Virus durch blutsaugende Gnitzen. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier ist bislang nicht belegt.
Spezifische Bekämpfungsmaßnahmen oder Impfstoffe gegen das Shamonda-Virus stehen derzeit nicht zur Verfügung. Eine zusätzliche Herausforderung besteht darin, dass Infektionen mit dem Shamonda-Virus derzeit nicht anzeige- oder meldepflichtig sind. Dadurch ist die Rückverfolgbarkeit der Fälle erschwert. Nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand besteht durch Shamonda-Viren kein relevantes Infektionsrisiko für den Menschen. Der Verzehr von Fleisch und Milchprodukten ist daher unbedenklich. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) stuft eine Infektion des Menschen als unwahrscheinlich ein. Die weitere Entwicklung des Erregers wird vorsorglich weiter überwacht. Für Hunde und Katzen sind bislang keine Erkrankungen durch das Shamonda-Virus bekannt.
Infektionen mit dem Shamonda-Virus waren bislang vor allem aus Afrika, Asien und Australien bekannt. Das FLI hat inzwischen zwei leicht veränderte Formen des Virus in Deutschland nachgewiesen. Nachdem zunächst Fälle in Süddeutschland festgestellt wurden, breitet sich das Virus mittlerweile auch in Nord- und Ostdeutschland aus. Betroffen sind überwiegend Wiederkäuer, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Infektionen wurden darüber hinaus auch bei Alpakas und Pferden bestätigt. Bei erwachsenen Tieren verläuft eine Infektion in der Regel mit einer nur kurzen Virusvermehrung im Blut und milden bis moderaten Krankheitserscheinungen. Zu den möglichen Symptomen bei Rindern zählen in erster Linie Fieber, Durchfall und ein Rückgang der Milchleistung. Bei Pferden wurden neurologische Ausfallerscheinungen festgestellt.
Während der Trächtigkeit kann das Virus vom Muttertier auf die Nachkommen übertragen werden. Noch ist nicht abschließend geklärt, welche Auswirkungen eine Infektion während der Trächtigkeit haben kann. Möglich sind Schädigungen der ungeborenen Tiere. Deshalb sollten Aborte, Totgeburten sowie missgebildete Kälber oder Lämmer aus möglicherweise betroffenen Beständen besonders aufmerksam untersucht werden.
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