Wenn zuhause reger Flugbetrieb herrscht: Hornissenbeauftragte des Landkreises Lüneburg helfen bei Fragen rund um fliegende Besucher
Mit den steigenden Temperaturen werden auch Wespen, Hornissen und Bienen aktiver. Nicht selten bauen die Insekten ihre Nester an Häusern, Garagen oder in Gärten. Manchmal sorgt auch ein Bienenschwarm im Baum oder auf dem Grundstück für Verunsicherung. Wer nicht weiß, wie mit den tierischen Besuchern umzugehen ist, kann sich an die Hornissen-Hotline des Landkreises Lüneburg wenden.
Über die Hornissen-Hotline unter 04131 26-1600 erhalten Bürgerinnen und Bürger eine erste Beratung durch den Fachdienst Umwelt. Bei Bedarf vermitteln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Kontakt zu den beiden ehrenamtlichen Hornissenbeauftragten des Landkreises, Martin Perten und Frank Thies. Die Experten melden sich dann schnellstmöglich bei den Betroffenen und beraten bei Fragen zu Hornissen- und Wespennestern und schauen sich die Situation bei Bedarf auch vor Ort an. „Oft reicht schon ein Gespräch, um Fragen zu klären und Sorgen zu nehmen“, sagt Maike Mangelsdorf vom Landkreis Lüneburg. Grundsätzlich gilt: Die Tiere erfüllen wichtige Aufgaben in der Natur und stehen deshalb unter Schutz. Wer ein Nest entdeckt, sollte deshalb nicht selbst aktiv werden.
Auch bei Bienenschwärmen erreichen den Landkreis immer wieder Anfragen. Zuständig sind hierfür grundsätzlich die örtlichen Imkerinnen und Imker. Wer keine Ansprechperson kennt, kann sich an den Kreisimkerverein Lüneburg unter anfrage@imkerverein-lg.de wenden oder die Hornissen-Hotline des Landkreises kontaktieren.
Die Hornissenbeauftragten geben folgende Tipps:
- Ruhe bewahren: Wespen und Hornissen greifen Menschen in der Regel nicht grundlos an. Wer Abstand hält und das Nest nicht stört, kann Konflikte meist vermeiden.
- Stiche ernst nehmen: Bei bekannten Insektengiftallergien oder Anzeichen einer allergischen Reaktion nach einem Stich wie Atemnot, Schwindel oder Kreislaufbeschwerden sollte sofort medizinische Hilfe über den Notruf 112 angefordert werden.
- Fachleute kontaktieren: Befindet sich ein Nest an einer ungünstigen Stelle, etwa direkt am Hauseingang oder an häufig genutzten Wegen, helfen die Hornissenbeauftragten weiter. Sie beurteilen die Situation und prüfen, ob eine Umsiedlung des Nests möglich oder notwendig ist.
- Nester nicht selbst entfernen: Das Entfernen oder Zerstören von Nestern kann gefährlich werden. In vielen Fällen verstößt es auch gegen Naturschutzbestimmungen und kann hohe Bußgelder nach sich ziehen.
- Wespen fernhalten: Wer beim Essen oder Kaffeetrinken im Freien ungestört bleiben möchte, kann etwas Kaffeepulver in einer feuerfesten Schale verglimmen lassen. Der Geruch wird von den Insekten meist gemieden.
Landkreis sucht weitere Hornissenbeauftragte
Zur Verstärkung des ehrenamtlichen Beratungsteams sucht der Landkreis Lüneburg interessierte Personen insbesondere für die Bereiche Amt Neuhaus, Scharnebeck, Bleckede und Amelinghausen.
Infrage kommen vor allem mobile Personen mit Kenntnissen im Umgang mit Hautflüglern (zum Beispiel Imkerinnen und Imker) und/oder im Gebäudeaufbau beziehungsweise in der Gebäudetechnik. Wichtig sind außerdem Interesse an der Beratung im Naturschutz, insbesondere am Insektenschutz, sowie eine offene und kommunikative Haltung. Für die ehrenamtliche Tätigkeit zahlt der Landkreis Lüneburg eine monatliche Aufwandsentschädigung. Kosten für die fachliche Weiterbildung können ebenfalls übernommen werden.
Weitere Informationen rund um Wespen, Hornissen und Bienen gibt es unter www.landkreis-lueneburg.de/insekten sowie beim Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unter www.laves.niedersachsen.de/startseite/tiere/bienenkunde/informationsmaterial.
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